Volksbank.klassisch „mit vollen Segeln“

Vorverkauf für das Herbstkonzert der Rhein-Ruhr Philharmonie beginnt am 19.9.

Am 19. November laden die Volksbank Sprockhövel eG, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie die Rhein-Ruhr Philharmonie zum Herbstkonzert „Volksbank.klassisch“ unter dem Dirigat von Thomas Schlerka ins LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen ein.

„Zwei Symphonien stehen auf dem Programm, mit denen deren junge Komponisten große Hoffnungen verbanden“, so Peter Hilgers, musikalischer Leiter des Orchesters.  „Mahler schrieb über den zweiten Satz seines Werkes ‚mit vollen Segeln‘, sein Werk wurde von Presse und Kritik, um im Bild zu bleiben, ‚versenkt‘“, so Hilgers weiter. „Und Mozarts Symphonie gelangte erst gar nicht zur Aufführung.“

Thomas Schlerka und die Rhein-Ruhr Philharmonie. (Foto: Volksbank / Fischer)

Was war geschehen? Die Sinfonia Concertante Es-Dur (KV 297b) komponierte der 22jährige Wolfgang Amadeus Mozart, um 1778 das Pariser Publikum zu erobern. In aller Eile entstand die konzertante Symphonie für vier Bläsersolisten (Flöte/Oboe/Horn/Fagott) und Orchester. Leider kam alles anders: Aufgrund einer Intrige wurde die Aufführung dieses Stückes verhindert. Paris wurde zu einem finanziellen und persönlichen Fiasko, denn Mozarts Mutter starb während der Tournee in Paris. Die Sinfonia Concertante war bereits an den Konzertunternehmer verkauft und verschwand in der Versenkung.  Erst 1870 tauchte eine Abschrift in der Besetzung für Oboe, Klarinette, Horn, und Fagott auf, wobei umstritten ist, ob sie von Mozart selbst aus dem Gedächtnis rekonstruiert oder ob das Original von Dritten bearbeitet wurde. Das spielfreudige und dankbare Werk ist heute bei Bläsern besonders beliebt. Ob es in dieser Form von Mozart stammt und ob es überhaupt etwas mit der verschollenen Erstfassung zu tun hat, wird bis heute kontrovers diskutiert.

Heimspiel für die Rhein-Ruhr Philharmonie. (Foto: LWL / Hudemann)

Der 24jährige Gustav Mahler hatte einen Namen als Dirigent, war aber als Komponist weitgehend unbekannt. Das wollte er mit seiner Symphonie Nr. 1 in D-Dur ändern, die er 1884 begann und endlich 1889 in Budapest zur Uraufführung brachte. Der Schriftsteller Karl Kraus berichtete von einer Aufspaltung der Zuhörer in "Mahlerfreunde und Mahlerhasser", die "sich eine heftige Schlacht" lieferten. "Im Lärm des Parteikampfes war von den komischen Orchesterklängen nichts mehr zu hören.“ Der Musikkritiker Eduard Hanslick meinte, dass die "neue Symphonie zu jener Gattung Musik gehört, die für mich keine ist." Hanslick bezeugte aber auch den enthusiastischen Applaus der jungen Zuhörer. Die Aufregung ist heute kaum noch nachvollziehbar.  Die 1. Sinfonie rechnet zu Mahlers klassisch-romantischen Werken und wird heute gerne und häufig gespielt.

„Mit vollen Segeln“ in den Schiffbruch? Die Bläser-lastigen Stücke Mozarts und Mahlers blicken auf ähnliche „Karrieren“ zurück: Großen Hoffnungen folgten Ernüchterung  und späte Anerkennung – nicht zuletzt bei den Musikern selbst.

„Volksbank und LWL halten sich bei der Programm-Wahl komplett raus und konzentrieren sich auf den richtigen Rahmen für das Konzert“, berichtet Robert Laube, Leiter des LWL-Industriemuseums.  „Das erklärt sicher, warum das Format ‚Volksbank.klassisch‘ auch nach neun Jahren nichts von seiner Energie verloren hat.“ Thomas Alexander (Leiter Marketing Volksbank): „Wer dabei sein will, sollte sich beim Kartenkauf nicht allzu viel Zeit lassen.“

Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag (19.9.) und die Konzerte der Reihe Volksbank.klassisch sind regelmäßig ausverkauft. Karten gibt es für 15 Euro (ermäßigt 13 Euro) in allen Filialen der Volksbank Sprockhövel.