Jubiläumskonzert 30 Jahre Rhein-Ruhr Philharmonie -AUSVERKAUFT-

„Volksbank.klassisch“ im LWL-Industriemuseum Henrichshütte

Am 23. November laden der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Volksbank Sprockhövel eG sowie die Rhein-Ruhr Philharmonie zu "Volksbank.klassisch" unter dem Dirigat von Thomas Schlerka ins LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen ein.

Beethoven, Brahms, Strauss, Ravel und Wolf, das sind die Komponisten des hochkarätig besetzten Programms der Rhein-Ruhr-Philharmonie zu ihrem 30-jährigen Bestehen. In diesem Jubiläumsprogramm findet sich gern Gehörtes zum Wiedererkennen und Neues zum Kennenlernen; Etabliertes und Innovatives, Behagliches und Aufrüttelndes, Strenges und Unterhaltsames.
Für dieses Konzert hat das Orchester zwei Solisten eingeladen, die zwei Generationen umspannen: Die junge, aufstrebende Sopranistin Inga Balzer, die gerade ihren Abschluss an der Münchener Musikhochschule gemacht hat und nun als Ensemble-Mitglied im Chorwerk Ruhr auf der Ruhrtriennale ihr Debüt feiert, und Bernhard Bücker, der seit vielen Jahren im Ruhrgebiet und weit darüber hinaus als Kammermusiker und Solist sein Publikum begeistert.
Inga Balzer hebt eine Uraufführung aus der Taufe, Bernd-Johannes Wolfs Three Songs of Shattering, und singt darüber hinaus 4 berührende Lieder von Richard Strauss für Sopran und Orchester. Bernhard Bücker ist der Solist des 3. Klavierkonzertes von Ludwig van Beethoven, das in der „Schicksal“-Tonart c-moll eine spannende Gegenüberstellung zwischen düsteren und zu hellen Momenten kreiert.
Mit dem berühmten Bolero von Maurice Ravel und der Akademischen Festouvertüre von Johannes Brahms feiert das Orchester die Farbigkeit und orchestrale Brillanz dieser großen Komponisten.
Informationen zu den Werken
Maurice Ravel (1875 – 1937) „Boléro“ für Orchester (1928)
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 in c-Moll, op. 37 (1804)
Richard Strauss (1864 – 1949) Lieder für Singstimme und Orchester „Morgen“/“Zueignung“/“An die Nacht“/“Allerseelen“/“Traum durch die Dämmerung“
Bernd Johannes Wolf (*1957) Three Songs of Shattering für Sopran und Orchester (2015/2017)(Uraufführung)
Johannes Brahms (1833 – 1897) Akademische Festouverture c-Moll, op 80 (1880)
Ravels „Boléro“ ist sicher eines der bekanntesten Musikwerke überhaupt. Wegen seines radikalen Konzepts hat es zu seiner Entstehungszeit Furore gemacht und fordert auch heute noch zu Grundsatzdiskussionen heraus; der Komponist selbst hat sein Stück ironisch kommentiert als „16 Minuten ohne Musik“. Ravel hat es im Auftrag von Ida
Rubinstein für ein Solo-Ballett komponiert, es wird heutzutage allerdings fast ausschließlich im Konzertsaal aufgeführt. Das Kompositionsprinzip ist die ständige Wiederholung von melodischem und rhythmischem Material bei zugleich ständiger neuer klanglicher Einkleidung und unerbittlicher dynamischer Steigerung, bis das Stück auf seinem Höhepunkt zusammenbricht. Ist das nun „primitiv“ oder „raffiniert“, musikalische Tondichtung oder artistisches Spiel.
Beethovens 3. Klavierkonzert markiert einen Wendepunkt in seinem Schaffen: Scheinbar konventionell in der großformalen Anlage, zeigt es in seinem trotzigen Ausdruck und seiner Thematik und symphonischen Faktur einen neuen Typus des Solistenkonzerts. Solist und Orchester sind gleich-rangige Partner im musikalischen Geschehen; gesellschaftlich orientiertes Virtuosentum im Sinne glanzvoller musikalischer Unterhaltung weicht persönlich geprägter Ausdrucksmusik. Erste Entwürfe zu diesem Werk datieren um 1800, als sich Beethoven in einer ernsten Lebenskrise aufgrund der Erkenntnis seiner beginnenden Ertaubung befand.
Die zahlreichen Lieder von Richard Strauss sind nicht einfach als Nebenwerke im Schatten seiner Opern und großen Orchesterwerke einzuordnen; die Liedkomposition war ihm vielmehr ein besonderes Bedürfnis bis ins hohe Alter. Neben der ihm eigenen eingängigen Melodik achtete Strauss besonders auf richtige Textdeklamation in der Führung der Singstimme. Er gilt als der eigentliche Schöpfer des sogenannten „Orchesterliedes“: Da die Klavierbegleitung bei den Kunstliedern des 19. Jahrhunderts immer mehr eine textausdeutende und mitgestaltende Bedeutung annahm und immer anspruchsvoller wurde in interpretatorischer und pianistischer Hinsicht, erscheint es nur folgerichtig, dass dieser Part für Orchester arrangiert wurde, sei es nun vom Komponisten selbst oder einem anderen Bearbeiter.
Bernd Johannes Wolf schrieb seine „Three Songs of Shattering“ (Drei Lieder der Erschütterung) auf Texte der englisch-amerikanischen Dichterin Edna St. Vincent Millay (1892 - !950). Wie der Titel vermuten lässt, sind die Textaussagen von Erschütterung, Enttäuschung und Resignation geprägt. Wolfs Tonsprache trägt dem insofern Rechnung, als sich hier wenig „Gefälliges“ und „Eingängiges“ findet; der Zuhörer darf sich auf ein Geflecht scharf charakterisierender Melodiefragmente einlassen, welche sich gleichberechtigt auf Singstimme und Instrumente verteilen. Die Tonalität ist oft mehrdeutig und schillernd. Der Zyklus entstand 2015 in der Fassung für Singstimme und Klavier; der Komponist hat ich 2017 für Orchester instrumentiert.
Die „Akademische Festouverture“ entstand 1880 anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Johannes Brahms durch die Universität Breslau. Das Stück ist also eine Art musikalische Promotionsrede. Brahms nannte sie „ein lustiges Potpourri“, in welchem einige Studentenlieder, welche Brahms seit seiner Jugend kannte, in klanglich origineller und kompositorisch meisterlicher Weise miteinander verwoben sind und in einer C-Dur-Apotheose des „Gaudeamus igitur“ gipfeln. Da fehlt es nicht an leicht parodistischen Zügen und Seitenhieben auf Akademiker und sonstige Zeitgenossen – man kann in dem Stück auch eine Art Karikatur von Wagners „Meistersinger“- Vorspiel sehen.

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