Neues von gestern und heute

Jubiläumskonzert „Volksbank.klassisch“ im LWL-Industriemuseum

Hattingen, 12.02.2014

Es darf gejubelt werden: Am 5. April feiern die Rhein-Ruhr Philharmonie, die Volksbank Sprockhövel und das LWL-Industriemuseum mit einem außergewöhnlichen Frühjahrs-Konzert das Jahr der Jubiläen.
Ab 20 Uhr widmet sich „Volksbank.klassisch“ im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Stücken, die in ihrer Zeit (noch) nicht die gebührende Anerkennung erhielten.

Seit 50 Jahren gibt es die Volksbank, Rhein-Ruhr Philharmonie und das LWL-Industriemuseum Henrichshütte sind beide 25 Jahre „jung“. Jung genug, um der Empfehlung Thomas Manns zu folgen: „So wenig man das Neue und Junge verstehen kann, ohne in der Tradition zu Hause zu
sein, so unecht und steril muss die Liebe zum Alten bleiben, wenn man sich dem Neuen verschließt, das mit geschichtlicher Notwendigkeit daraus hervorgegangen.“ Der Abend befasst sich folglich mit Neuem von Gestern und Neuem von heute. „Jedes neue Werk will sich natürlich ein Publikum erobern“, erläutert Klaus-Uwe Eichler von der Rhein-Ruhr Philharmonie, der auch diesmal Kompositionen und Komponisten auf der Spur ist. „Was es kann und wie es wirkt, kann wohl nur aus der historischen Distanz beurteilt werden.“ Was hat das Werk anstoßen können? Warum geriet es in Vergessenheit? Und hat es nicht eine zweite Chance verdient?

Freuen sich auf Volksbank klassisch: v.l. Robert Laube (Leiter LWL Industriemuseum), Thomas Alexander (Leiter Marketing Volksbank), Johannes Kunze (RRP / Solist Viola) und Peter Hilgers (künstlerische Leitung der RRP).

Musik. Mitunter verschwindet sie in der Zeit – um im Heute wieder entdeckt zu werden. Alexander Glasunow ist hierfür ein Beispiel. Seine Bedeutung als Komponist wie als Pädagoge kann kaum überbewertet werden. So unterrichtete er unter anderem Prokofiew und Schostakowitsch.
Nach dem Ersten Weltkrieg vergessen, erfahren Glasunows Werke wie etwa die „Ouverture solennelle“ erst heute wieder die gebührende Achtung. Der „Erzromantiker“ Max Bruch stand immer im Schatten von Brahms. Eines seiner Verdienste war es, das Volkslied zum Thema der Komposition machen, eine Begegnung, die reiche Ernte einbrachte, nicht nur bei Bruch. Seine angeblich „jüdische“ Musik ließ ihn nach 1933 bis heute aus den Spielplänen verschwinden. Jetzt ist die Zeit, Bruch und das 1911 entstandene Doppelkonzert für Klarinette und Viola neu zu entdecken. Auch Brahms musste sich dem Vorwurf stellen, rückständig und einfallslos zu sein. Eine Generation später entdeckte ein anderer großer Neuerer in der Musikgeschichte, Arnold Schönberg, Brahms als wesentlichen Impulsgeber für sein kompositorisches Schaffen. Gespielt
wird Brahms‘ 2. Symphonie.

Rund wird der Abend nicht durch eine „Neuentdeckung“, sondern durch eine echte Premiere. Die Rhein-Ruhr Philharmonie bringt „Lux“ des Hattinger Komponisten Bernd Johannes Wolf zur Uraufführung, ein Orchesterstück, in dem sich neuartige Kompositionsmittel mit klassischen
Prinzipien mischen.

Das Hattinger Publikum darf sich auf das Dirigat von Ingo Ernst Reihl sowie auf den Solisten Frank Christmann (Klarinette) und Johannes Kunze (Viola) freuen.

Wer die musikalische Entdecker-Tour mitmachen möchte, sollte sich sputen. Der Vorverkauf für das traditionell rasch ausverkaufte Konzert hat begonnen. Karten sind für 15 Euro (reduziert 10 Euro) bei der Volksbank in Sprockhövel und Hattingen, in der Musikinstrumenten-Truhe sowie im
LWL-Industriemuseum zu bekommen.

 

 

 

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