Musik aus drei Jahrhunderten mit der Rhein-Ruhr Philharmonie

Herbstkonzert „Volksbank.klassisch“ im LWL-Industriemuseum Henrichshütte

Am 18. November laden der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Volksbank und die Rhein-Ruhr Philharmonie wieder zum Herbstkonzert „Volksbank.klassisch“ ein. Der Abend im LWL-Industriemuseum Henrichshütte führt diesmal durch drei Jahrhunderte Musikgeschichte (Beginn 20 Uhr, freie Platzwahl).
Unter dem Dirigat von Sierd Quarré werden Stücke von Haydn, Dvořák und Williams gespielt.

Franz Joseph Haydns (1732–1809) letzte Sinfonie 104 D-Dur entstand 1795 in London und war bei seiner Uraufführung ein spektakulärer Erfolg – auch finanziell, wie Haydn notierte: „Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich. Ich machte diesen Abend vier tausend Gulden. So etwas kann man nur in England machen.“ Der Morning Chronicle behauptete, „in den nächsten fünfzig Jahren werden die Komponisten nur wenig Besseres als Nachahmer Haydns sein und nur wenig mehr hervorbringen als einen zweiten Aufguss.“ Tatsächlich gilt die Nr. 104 als Ideal-Typus der klassischen Sinfonie bezeichnet.

Heimspiel für die Rhein-Ruhr Philharmonie. (Foto: LWL / Hudemann)

Genau ein Jahrhundert später und in der „Neuen Welt“ entstand Antonín Dvořáks „Amerikanische“ Suite A-Dur op. 98b. 1892 trat Dvořák eine gut dotierte Stelle als Direktor des National Conservatory of Music in New York an. „Initiatorin war Jeannette Thurber, die Amerika von der Vorherrschaft der europäischen Kunstmusik lösen und ein nationales amerikanisches Kunstidiom fördern wollte“, erläutert Johannes Kunze (Rhein-Ruhr Philharmonie). Dvořák studierte Spirituals und Indianermelodien, in denen er die Grundlage für eine eigene amerikanische Musik sah. Faktisch nahm er die für seine böhmische Heimat charakteristische Volksliedtradition auf, Amerikanismen beschränken sich auf wenige Details.

Ralph Vaughan Williams (1872-1958) war ein Schüler von Max Bruch und Maurice Ravel, mit Gustav Holst verband ihn eine enge Freundschaft. Sein Schaffen stand unter dem Einfluss englischer Volkslieder sowie der englischen Musik der Renaissance. Sein Spätwerk erfreute sich breiter Wertschätzung. So wurde die Auftragskomposition für die BBC  „Thanksgiving for Victory“ im Rahmen eines Radio-Dankgottesdienstes zum Kriegsende 1945 gesendet. „Auch die Krönung von Königin Elisabeth II. begleitete Williams mit einem Choral“, berichtet LWL-Museumsleiter Robert Laube, „wobei erstmals seit Jahrhunderten nicht nur ein Chor, sondern auch die Gemeinde bei der Krönung mitsang.“ Das Konzert für Basstuba und Orchester f-Moll (1954) entstand zwei Jahre später. An diesem Abend spielt Joachim Müller als Solist an der Tuba.

 

Wer dabei sein möchte, sollte sich mit dem Kartenkauf beeilen, denn Volksbank.klassisch spielt fast immer vor ausverkauftem Haus. Der Vorverkauf beginnt am 9. Oktober. Karten gibt es für 15 Euro (erm. 13 Euro) in allen Filialen der Volksbank Sprockhövel.

Social Media